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Wie schadstoffarme Sofas erkennen?

Schadstoffe in Sofas – Wie schlimm kann es schon sein …

Das Gas Formaldehyd wird als giftig, allergieauslösend, ja sogar als krebserregend eingestuft. Und trotzdem findet man es in der Mehrheit der Möbel, die heutzutage verkauft werden. Der Grund ist, dass im Gegensatz zu Massivholzmöbel ein Großteil der heutigen modernen Möbeln aus Holzspanplatten bestehen.

Schadstoffe in Sofas

Bei der Herstellung von Holzspanplatten verwendet man z.B. Klebesysteme, welche hauptsächlich Verbindungen mit Formaldehyd enthalten. Dabei werden zuerst Holzspäne zusammengeklebt und anschließend zu einer Platte gepresst. Nach dem Härten des Klebstoffs wird unter anderem Formaldehyd in Form eines stechend riechenden Gases frei. Und das eine Zeit lang. Es kann also sein, dass nachdem die Möbel geliefert wurden, wochenlang das giftige Gas freigesetzt wird und sich in der umgebenden Luft anreichert. Dies kann sich in Atemwegs- oder Augenreizungen, mangelnde Konzentration, Allergien oder Schlafstörungen bemerkbar machen (je nachdem wie hoch die Konzentration ist und wie empfindlich man selber ist).

Es besteht also ein Unterschied, ob man Sofas mit einem Massivholzgestell bzw. schadstoffgepüftem Rahmen kauft oder ein Sofa mit einer ungeprüften Holzspanplatte.

Schlimmer als Formaldehyd sind jedoch Stoffe, die man nicht riechen kann, sodass unbemerkt chronische gesundheitliche Beeinträchtigungen mit der Zeit entstehen. Vor allem Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, da zum einen ihr Immunsystem noch nicht stark genug ist und zum anderen ihr Stoffwechsel schneller ist als beim Erwachsenen. Außerdem ist die Menge an aufgenommenen Schadstoffen automatisch höher als beim Erwachsenen, denn deren Körpergröße ist im Verhältnis kleiner.

Es gibt zwar Spanplatten, welche mit Klebstoffen ohne Formaldehyd hergestellt werden (diese Klebstoffe tragen den Namen „polymere Isocyanate“ (PMDI)). Jedoch sind diese entsprechend teurer bzw. steigern den Preis der Möbeln. Somit wird es verständlich, warum gute Möbel teuer sind.

Und nun zu der brennenden Frage:

Wie erkennt man schadstoffarme Sofas und Möbel allgemein?

Orientierungshilfe bieten folgende Gütesiegel: Der „Blaue Engel“, das „Goldene M“ und das Siegel „LGA-schadstoffgeprüft“. Daneben ist die Angabe der Emissionsklasse der Spanplatten sehr hilfreich.

  • „Goldenes M“, das RAL-Gütezeichen

Die Qualitätsrichtlinien für die Vergabe des Gütesiegels, das „Goldene M“, sind streng. So liegt beispielsweise der Grenzwert für Formaldehyd bei < 0,05 ppm (parts per million), während der gesetzliche Grenzwert mit 0,1 ppm doppelt so hoch ist. Die Gütegemeinschaft Möbel e.V. (DGM) vergibt dieses Siegel also nur an Möbeln mit besonders niedrigen Formaldehyd-Werten, welche auch empfindlichen Menschen nicht schaden dürften.

Neben Formaldehyd wird auch nach Stoffen gefahndet, wie z.B. Biozide, Lindan, Schwermetalle, Restlösemittel und aromatische Kohlenwasserstoffe. Und damit nicht genug, auch der gesamte Produktionsweg soll umweltverträglich sein. Außerdem wird die Haltbarkeit, Stabilität, Verarbeitung der Möbel und vieles mehr überprüft, was für den Verbraucher hilfreich sein könnte. Alle Tests werden in unabhängigen Prüflabors durchgeführt und die Möbel werden von neutralen Experten begutachtet.

Die Anfänge der DGM reichen bis ins Jahr 1963 zurück – bereits dann erfolgte ein erster Zusammenschluss deutscher Hersteller. Sie hielten von Anfang an sehr hohe Qualitätsstandards ein. Bis heute sind der DGM mehr als 70 namhafte Möbelhersteller beigetreten und unterziehen sich freiwillig den Anforderungen an die Qualität ihrer Produkte – unter anderem eben auch Sofas. Die Prüfungen, die zur Einhaltung der Qualitätsanforderungen gehören, sind die jeweils geltenden Prüf- und Gütebestimmungen der DGM, die in der Norm RAL GZ 430 festgelegt wurden

  • „LGA-schadstoffgeprüft“

Das Siegel „LGA-schadstoffgeprüft“ der Landesgewerbeanstalt Bayern sagt ebenfalls aus, dass es sich um emissions- und schadstoffarme Möbel handelt. Es bedeutet, dass unter anderem die Formaldehydemission auf < 0,05 ppm begrenzt ist und auch, dass bestimmte Grenzwerte für die Emission kanzerogener Stoffe eingehalten werden.

  • E1 Spanplatten

Ein weiterer Hinweis auf schadstoffarme Möbel ist die Emissionsklasse der Spanplatten. Diese gibt den Ausdünstungswert des Formaldehyds an, bzw. wie viel Gas aus den Spanplatten austritt. Man unterscheidet drei Emissionsklassen: E1, E2 und E3. Die beste Emissionsklasse ist die E1, bei der der Ausdünstungswert weniger als 0,01 % ist. Möbel mit Spanplatten der E1-Klasse kann man beruhigt kaufen, da von diese die geringste gesundheitliche Gefahr ausgeht.

  • Massivholz

Bei einem Sofa-Rahmen aus Massivholz oder einem Massivholztisch sollte man sich natürlich keine Sorgen um das Raumklima machen, denn hier werden keine Holzspäne zu Spanplatten zusammengeklebt, sondern direkt massive Holzteile verwendet.

  • „Blauer Engel“

Mit dem „Blauen Engel“ werden besonders umweltschonende Produkte gekennzeichnet. Es sagt jedoch nicht aus, dass die Möbel z.B. völlig schadstofffrei sind, sondern, dass sie als schadstoffarm eingestuft wurden. An der Vergabe des Zeichens sind das Bundesministerium für Umwelt, das Umweltbundesamt und RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.) beteiligt.

Vorsorge nach dem Kauf von Möbeln

  • Gut lüften

Grundsätzlich sollte man neu gekaufte Möbel erst mal gut auslüften, damit sich Reste von Lösungsmitteln verflüchtigen können: z.B. einen Monat bei offenem Fenster im Raum stehen lassen, und währenddessen in einem anderen Zimmer auf einer ausziehbaren Couch oder einem Gästebett schlafen.

  • Birkenfeige absorbiert das Formaldehyd

Wer hätte gedacht, dass Zimmerpflanzen, wie die Birkenfeige (Ficus benjamina) und die Zimmeraralie (Fatsia japonica), bis zu 80 Prozent des Formaldehyds aus der Luft im Innenraum aufnehmen können? Genau zu diesem Ergebnis kamen koreanische Forscher bei der Untersuchung des Absorptionsverhaltens der genannten Pflanzen. Dabei sei wichtig, dass die Birkenfeige möglichst viele Blätter hat, um möglichst viel des giftigen Gases schlucken zu können.

Wenn es schlimmer wird …

Messung veranlassen und gegebenenfalls Möbel entfernen

Wenn Sie schon seit einiger Zeit Beschwerden haben, die sie in einer zeitlichen Verbindung mit dem Kauf der neuen Möbel bringen, sollten Sie sich an eine fachkundige Stelle wenden, wie z.B. das Institut für Angewandte Umweltforschung (IfAU) e.V., bzw. bei einem zertifizierten Messinstitut eine Messung der Schadstoffkonzentration im Auftrag geben. Bei einer positiven Messung, die ein Zusammenhang belegt, ist es höchste Zeit, sich von den giftigen Möbeln zu trennen. Egal wie teuer sie waren.

Abschätzung des Formaldehyd-Gehaltes in der Luft mit dem Bio Check

Eine erste Abschätzung des Formaldehyd-Gehaltes in der Luft bietet den Bio Check Formaldehyd, den es bei Amazon zu kaufen gibt. Dies ist ein Testverfahren, das in Deutschland erstellt wurde und in nur 2 Stunden Ergebnisse liefert.

Fazit: Sofas von deutschen Herstellern empfehlenswert

Schadstoffarme Möbel erhält man am einfachsten, indem man unbehandelte Massivholz- oder Vollholzmöbel kauft, in denen keine Spanplatten enthalten sind, und somit kein Formaldehyd austreten kann. Oder alternativ: Möbel mit dem dem „Goldenen M“. Außerdem sollte man seine Möbel nicht in einem Billigdiscounter kaufen, sondern auf Qualität achten. Besonders zu bevorzugen sind Sofas ‚Made in Germany, da in Deutschland viele gesundheitsschädliche Stoffe verboten sind.

Video: www.zdf.de: WISO-plus-Gifte-Daheim (12.03.12)

Quellen: dgk.de, wikipedia.org, welt.de, label-online.de